Ob in der Freizeit oder im Beruf, Bluetooth In-Ear-Kopfhörer werden vielseitig genutzt. Es stellt sich die Frage, wie gesund bzw. gesundheitsverträglich solche mit Funkverbindung betriebenen kabellosen In-Ear-Kopfhörer sind. Hat das Tragen dieser Geräte Auswirkungen auf den Körper oder sind Bluetooth In-Ear Kopfhörer völlig unbedenklich? Diese und weitere Fragen werden in dem Artikel beantwortet.
Zunächst einmal ein paar Fragen zur Bluetooth-Technik selbst.
Bei Bluetooth handelt es sich um eine Drahtlostechnologie, bei der Daten über kurze Distanzen übertragen werden. So können zum Beispiel zwei miteinander gekoppelte elektrische Geräte Musik, Bilder oder Videos austauschen. Durch die Funktechnik geschieht das kabellos.
Bluetooth ist ein weitverbreiteter Funkstandard, den es seit Ende der 1990er Jahre gibt. Entwickelt haben den Industriestandard verschiedene Unternehmen, die noch heute der Bluetooth Special Interest Group (SIG) angehören. Weltweit arbeiten nach wie vor Unternehmen an der Weiterentwicklung und Verbreitung der Bluetooth-Technik. Zahlreiche Verbesserungen haben die Funktionalität, Datenrate und Reichweite der Bluetooth Technik seit 1999 deutlich erhöht.
Elektrische Geräte können dank der 2,4 GHz Funkverbindung sich untereinander verbinden und darüber Daten übertragen. Dabei handelt es sich um hochfrequente elektromagnetische Felder, die eine kabellose Kommunikation zwischen Geräten ermöglichen.
Ist bei mindestens zwei Geräten die Bluetooth-Funktion aktiviert, erzeugen sie ein Wireless Personal Area Network (Piconet). Es können auch mehrere Geräte in diesem Piconet aktiv sein. Hierbei fungiert jedoch immer ein Gerät als „Primary“, also wie ein Erstsender und die restlichen Geräte als „Secundary“, quasi als Follower. Der Primary übernimmt die Steuerungsfunktion der Kommunikation innerhalb des Piconetzwerks. Die einzelnen Geräte erkennen sich über eine 3 Bit-AMA (Active Member Adress).
Ist die Bluetooth-Funktion am Gerät ausgeschaltet, wird die Synchronisation der Geräte gestoppt und pausiert der Datenaustausch. Das geschieht zum Beispiel, wenn die Geräte offline sind und sich damit im Parkmodus befinden. Ein einzelnes Bluetooth-Geräte kann in mehreren Piconetzen angemeldet sein. Jedoch nur in einem Piconetz als „Primary“ agieren. Einzelne Piconetze können wiederum zu einem Scatternetz zusammengefügt werden, was jedoch technische Implikationen haben kann.
Seit der Einführung des Bluetooth-Funkstandards vor 25 Jahren gab es zahlreiche Weiterentwicklungen, die die Funktionalität, Datenrate und Reichweite stark verbesserten. Mittlerweile gibt es Bluetooth in der Version 5.4 (Stand 2023). Bluetooth 5.0 gibt es seit 2016. Die neuen Versionen brachten Verbesserungen bei der Reichweite, Geschwindigkeit und dem Stromverbrauch. Mit den jeweiligen Aktualisierungen der vergangenen Versionen gab es Verbesserungen bei der Datenübertragung, Zuverlässigkeit des Datentransfers, den Datenmengen, Störanfälligkeit in kritischen Umgebungen und bei der Sicherheit.
Bei Bluetooth werden drei Sendeklassen unterschieden, die Sendeleistung und Reichweite beeinflussen. Die jeweilige Sendeklasse wirkt sich somit auf die Reichweite des Funksignals aus, über welche Entfernung eine kabellose Übertragung von Daten möglich ist.
Seit dem Release der Bluetooth 5.0 Version beträgt die maximale Übertragungsgeschwindigkeit bis zu 50 Mbit/s.
Das Bluetooth-Profil legt fest, welche Daten ausgetauscht und über welche Funktionen das Gerät verfügt, zum Beispiel ob es eine Freisprechfunktion („HSP“ steht für Headset-Profile und „HFP für Hands Free Profile) oder eine Audio- oder Video-Ausgabe-Funktion („AVRCP“ steht für Audio/Video Remote Control Profile) gibt.
Die Bluetooth-Profile werden ebenso wie die Bluetooth-Technik beständig weiterentwickelt. Seit der Bluetooth Version 4.0 gibt es das Profil „GATT“, welches für „Generic Attribute Profile“ steht. Es sorgt für eine energieeffiziente Übertragung kleiner Datenmengen, wie Sensordaten und ist für IoT-Anwendungen bedeutsam.
Im Bereich IoT (Internet of Things oder deutsch Internet der Dinge) offenbart sich ein großes Potenzial für die Funktechnik. So können die kleinen energieeffizienten Bluetooth-Komponenten für eine automatisierte Kommunikation und Vernetzung von Geräten sorgen. Einsatzbereiche sind ebenso in der Fahrzeugindustrie, zum Beispiel beim Verbinden des Bordcomputers des Fahrzeugs mit dem Smartphone oder in der Automatisierungstechnik in der Industrie für das kabellose Steuern von Maschinen und Anlagen denkbar. Viele Einsatzbereiche gibt es auch im Smart-Home und Smart-Building Bereich für den privaten wie auch gewerblichen Gebrauch.
Den Namen hat die Technik nach dem dänischen König Harald Blauzahn (Bluetooth) erhalten. Er setzte sich für ein festes Bündnis zwischen Norwegen und Schweden ein und war ein sehr kommunikativer Mensch. Das Bluetooth-Logo enthält die Initialen H und R in Anlehnung an den Namen Harald Blauzahn und ist in der Schriftart Runen verfasst.
Doch kommen wir zum Thema kabellose In-Ear Kopfhörer, die mit dem Funkstandard Bluetooth arbeiten. Hier gibt es inzwischen eine breite Auswahl an Geräten mit unterschiedlichem Design und Funktionen: Zum Beispiel gibt es In-Ear Kopfhörer mit und ohne Freisprechfunktion, mit und ohne Noise-Cancelling, Touch-Steuerung, Bügel, Wasser- oder Schweißresistenz sowie mit kurzen oder langen Distanzen sowie schnellen oder weniger schnellen Übertragungsgeschwindigkeiten.
Die Wahl der passenden In-Ear Kopfhörer hängt daher davon ab, wie oft und wofür du die Kopfhörer nutzt.
Hier einmal ein paar Nutzungsoptionen für die Kopfhörer aufgeführt:
So gibt es kabellose In-Ear-Kopfhörer für verschiedene Zwecke und Geschmäcker. Bei der Wahl deines Kopfhörers solltest du aber nicht nur auf Aussehen und Funktion achten. Auch die verwendeten Materialien und deren Verarbeitung sollten berücksichtigt werden, denn sie entscheiden letztendlich über die Qualität und Lebensdauer des Kopfhörers.
Namhafte Hersteller werben oft mit guter Qualität und Leistung. Hochwertige Kopfhörer halten in der Regel länger als sehr billige No-Name-Produkte. Aber nicht jedes Markenprodukt genügt hohen Ansprüchen. Hier empfiehlt es sich, die Kopfhörer genau unter die Lupe zu nehmen, Testberichte und Vergleiche zu lesen oder auf persönliche Empfehlungen zu hören.
Wie bei vielen anderen technischen Geräten gibt es inzwischen immer mehr re-used In-Ear Kopfhörer von Refurbishment Anbietern. Diese haben sich darauf spezialisiert, gebrauchte elektronische Geräte neu aufzubereiten. Dabei werden die Geräte auf Herz und Niere geprüft, gereinigt und desinfiziert. So ist sichergestellt, dass die Geräte auch weiterhin ihren Zweck erfüllen.
Zudem gelten für Refurbishment-Anbieter Refurbishment-Anbieter Gewährleistungspflichten. Diese liegt in der Regel für gebrauchte Geräte bei 12 Monaten. Das bedeutet jedoch nicht, dass du nach einem Jahr dir ein neues Gerät anschaffen musst. Sie funktionieren meist deutlich länger.
Somit erfüllen auch gebrauchte Geräte ihren Zweck und du kannst mit ihnen ordentlich Geld sparen. Gleichzeitig tust du der Umwelt einen großen Gefallen und belastet sie weniger mit Elektroschrott, wenn Geräte länger gebraucht und wieder neu aufbereitet werden. Damit trägst du zur Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit bei.
Kommen wir nun zur eigentlichen Frage: Wie wirkt sich das Tragen von Bluetooth Kopfhörer auf deinen Körper aus und musst du mit Schäden für deine Gesundheit rechnen? Oft wird auch gefragt, ob von den mit Funktechnik ausgestatteten In-Ear Kopfhörer Strahlung ausgeht, die schädlich für den menschlichen Organismus sind.
Hier kann schon mal beruhigt werden, denn die käuflich erhältlichen In-Ear Kopfhörer müssen technische Sicherheitsvorgaben erfüllen sowie sicherstellen, dass keinerlei gesundheitliche Gefahren auftreten. Das stellt sicher, dass das Strahlungsrisiko, welches von den Bluetooth In-Ear Kopfhörer auf Kopf und Körper ausgehen, unbedenklich ist. Zumal die Strahlung weit geringer ist als im Vergleich zu anderen technischen Geräten, wie Smartphones oder Notebooks.
Bei Bluetooth handelt es sich um hochfrequente Strahlung. Sie wird mittels SAR-Werte ermittelt. Das ist die spezifische Absorbtionsrate. Sie gibt an, wieviel elektromagnetische Energie vom Körper eines Menschen durch Bluetooth aufgenommen wird. Der Wert bemisst sich in Watt pro Kilogramm (W/kg). Das Bundesamt für Strahlenwert legt Höchstwerte zum Schutz der Gesundheit fest. Die durchschnittliche Strahlenbelastung auf den Körper soll unterhalb von 0,08 W/kg liegen. Die Strahlenbelastung bei Bluetooth-Kopfhörern ist deutlich niedriger und weit unter den Werten von Mobiltelefonen. Demnach ist die Strahlungsintensität sehr gering und gilt als ungefährlich.
In-Ear Kopfhörer haben meist die Leistungsklasse 2 oder 3, wodurch auch die Strahlung gering ausfällt. Die von Smartphones kann hier schon deutlich höher sein, warum sich eine Nutzung mit Freisprechunktion oder als Headset empfiehlt. Bei Nicht-Nutzung kann die Bluetooth-Funktion deaktiviert werden.
Dennoch gibt es einige gesundheitliche Aspekte, die du beim Tragen von kabellosen In-Ear Kopfhörern berücksichtigen solltest. Dazu zählt:
Bluetooth In-Ear Kopfhörer sind heute ein praktischer Alltagsbegleiter. Sie sind klein und leicht und passen quasi in jede Hosentasche. Dank ausgereifter Technik, wie Noise Cancelling können sie nicht nur Umgebungsgeräusche herausfiltern, sondern versprechen auch aufgrund von Ton und Klang einen großen Hörspass. Hinzu kommt die Vielfalt der Angebote. Hier findet sich für jeden Geschmack ein passender In-Ear Kopfhörer.
Gesundheitlich bedenklich sind Bluetooth In-Ear Geräte hingegen nicht. Es gelten für sie ähnlich gestrickte Vorgaben, wie für andere elektrische Geräte, die mit Funktechnik ausgestattet sind. Dennoch sollte auf einen adäquaten und sachgemäßen Gebrauch sowie eine gute Qualität geachtet werden.
Solltest du deine In-Ear Kopfhörer nicht länger benötigen, kannst du sie wie andere elektrische Geräte, anstelle auf dem Müll zu entsorgen, einem Refurbishment-Anbieter zuführen. Dieser kümmert sich um die Aufbereitung oder nutzt die darin enthaltenen Rohstoffe für weitere Geräte. Dein Beitrag für die Umwelt ist damit garantiert.
Quellen: